Nach der Abschiebung ist das Leben schwieriger als vor der Flucht – Ein Spendenaufruf

Als Refugees4Refugees e.V. unterstützten wir mit unserem DERS-Team (Deportees Emergency reception and Support) Menschen vor und nach ihrer Abschiebung. Seit 2019 unterstützen wir Betroffene direkt ab ihrem Abschiebeflug. In unserer, seit 2021 angemieteten Schutzwohnung in Lagos (Nigeria), in unmittelbarer Nähe zum internationalen Flughafen, können Menschen direkt nach ihrer Abschiebung eine sichere Bleibe für die erste Zeit im Land finden. Dort trafen wir uns, Anfang Dezember, mit mehreren Familien, die in einer besonders schweren Situation sind und die wir schon seit einem Jahr und länger unterstützen. Seit ihrer Abschiebung bleiben ihnen weiterhin zahlreiche Türen im Land verschlossen. Das Märchen der deutschen Asylpolitik, dass Menschen nur deswegen abgeschoben werden, weil sie Straftaten begannen haben, wird in Nigeria, genauso wie in Deutschland, von der Mehrheit der Bevölkerung nacherzählt. Für die Betroffenen hat das zur Folge, dass sie zum Teil nicht in ihre alten Berufe und Wohnungen zurück können und sogar vom einstigen Freundeskreis und der Familie abgelehnt werden. Die Reintegrationsmaßnahmen der europäischen Institutionen in Nigeria, sind in ihrer Mehrheit für sogenannte „freiwillige“ Rückkehrer. Dagegen schaffen es wenige Abgeschobene in diese Programme und diese sind oft nicht nachhaltig, weil sie nicht der ökonomischen Situation des Landes entsprechen. Das Trauma der Betroffenen durch die teilweise völlig unerwartete Abschiebung, die sie aus ihrer Wohnung, Schule, Arbeitsstelle und Umfeld heraus gerissen hat, belastet viele weiterhin. Sie können sich nicht neu in Nigeria zurecht finden, weil sie nicht nachvollziehen können, wieso sie abgeschoben wurden und weil sich die Situation dort während der jahrelangen Abwesenheit stark verändert hat. Das gilt besonders für die Kinder, die teilweise in Deutschland geboren wurden und somit keinerlei Bezug zu ihrer jetzigen Umgebung haben. Bei vielen kommt das Trauma durch die Gewalt der Polizei bei der Festnahme, im Abschiebegefängnis und beim Abschiebeflug hinzu. Oftmals sind unter den Betroffenen Menschen mit langwierigen und komplizierten Krankheitsbildern, denen durch die Abschiebung eine Fortführung ihrer Behandlung und der Erwerb ihrer Medikamente nicht mehr möglich ist. Viele der Betroffenen mit denen wir arbeiten stranden aufgrund der Perspektivlosigkeit in Lagos. Eine unsichere Stadt, die weit weg von ihrer Heimat liegt und wo sie auf keine solidarische Strukturen zurückgreifen können.

Als Refugees4Refugees e.V. unterstützten wir die Betroffenen so gut es geht auf den materiellen, monetären, medizinischen, psychosomatischen und sozialen Ebenen. Deutschland ist 2022 mit 10 europaweit koordinierten Abschiebeflügen federführend in der europäischen Abschottungspolitik ist. Um diese dauerhaften Aufwendungen, bei der 2022 gestiegenen Zahl an Abschiebungen, weiterhin gewährleisten zu können, bitten wir Sie, um ihre Mithilfe. Unterstützen Sie uns nach ihren Möglichkeiten, damit wir weiterhin mit den zahlreichen Familien und Einzelpersonen nach Perspektiven und Lösungen suchen können. Wir hoffen damit auch in Nigeria eine Basis schaffen zu können, die sich aktiv der europäischen Asylpolitik entgegenstellt. Wir werden uns weiter für die Situation der Betroffenen in Deutschland und Nigeria einsetzten. Vier Tage vor Weihnachten, am 20.12.22 ist die nächste Sammelabschiebung aus Deutschland nach Nigeria angekündigt. Wir werden wieder Vorort sein und mit den Betroffenen direkt nach ihrer Ankunft sprechen. Mit unserer Arbeit werden wir, ausgehend von der Situation der Betroffenen, die europäische Asylpolitik und das postkoloniale Verhältnis zwischen Europa und Afrika weiterhin skandalisieren und sichtbar machen, was Deutschland versucht unsichtbar zu machen. Sie können uns dabei mit der Miete für die Schutzwohnung, den Schulgeldern oder durch Patenschaften unterstützen.

Dezember 2022, Refugees4Refugees e.V.

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